Meine Strickprojekte der letzten Jahre waren tendenziell mit dünner Wolle und dünnen Nadeln gestrickt. Einen genauen Grund kann ich gar nicht nennen, wahrscheinlich hat mich auch hier das Gansey-Stricken beeinflusst. Grobstrick fand ich immer zu „schnell“ und zu „faul“ – das betrifft wirklich nur den Strickprozess, nicht die Qualität oder die Optik der Kleidungsstücke. Klar konnte meine Schwester die ganze Familie mit Island-Pullis ausstatten (mit Nadelstärke 6-7 gestrickt) – davon wollte ich mich bewusst abgrenzen.
Doch dann hat mal wieder ein Strickbuch meinen Weg gekreuzt: „Schnell gestrickt für Groß und Klein. Strickdesign aus Island für die ganze Familie“ von Sjöfen Kristjansdottir begegnete mir am Stand des Finkhofs auf der Munich Knits 2025. Und weil Finkhof-Wolle einfach wunderbar ist, erstand ich die notwendige Anzahl an Knäueln (sie kommt jetzt in Knäuel gewickelt, nicht mehr auf Strängen) Wolle. Da ich mich zwischen den tollen Farben nicht festlegen wollte, wurde es mal wieder Coburger Fuchs.



Nach dem ganzen Weihnachtsrummel mit Famlienbesuch, vielen kleinen Strickarbeiten udn der Fertigstellung des britischen Marinepullovers für meinen Mann steckte ich also die ganz dicken Nadelspitzen auf die Schnur und wagte mich daran. Für den Cardigan Eva brauchte ich genau 8 Tage, wobei das Lochmuster bei weitem das komplizierteste an der Sache war. (Fairerweise muss ich sagen, dass da ein Tag mit langen dienstlichen Busfahrten dabei war.) Da auch meine Mutter ein absoluter Fan der Coburger-Fuchs-Wolle ist, sie sich aber gerade an einem Dreieckstuch austobt, wird die Jacke für sie. Für mich selber habe ich das gleiche Modell aus handgesponnener Wolle vom Alpinen Steinschaf angeschlagen. Aktuell bin ich unterhalb der Brust (und damit nach dem kniffeligen Lochmuster) angekommen, muss aber erst Wolle nachspinnen, ehe ich weiterstricken kann. Dafür habe ich den „Mr. Reykjavik“ für meinen Vater fast fertig!



