gestricktes Huhn, ockerfarben

Noch mehr Hühner

(Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung da Markennennung)

Das Projekt „Reste verstricken“ lief relativ gut, zu Weihnachten konnte ich einige Wichtel und Vögelchen verschenken und fürs Hoffest von TierSein e.V. sind einige Kuschelhühner und Piepmatze entstanden. Ich war wirklich stolz, meinen „Stash“ abzubauen. Und dann kam meine Mutter daher mit zwei Kisten hochwertiger Mohair-Wolle (in ganz unterschiedlichen Farben), die ihr eine Strickfreundin gegeben hatte. Meine Erfahrungen mit Mohair-Wolle beschränkten sich bis dahin auf Puppenhaare (klasse) und das fliederfarbene Top aus dem Krio-Unterstützungspaket (schaut toll aus, fühlt sich wunderbar an, Verarbeitung und Anpassung allerdings schwierig da Aufziehen nicht möglich). Tja, und wenn ich die Viecher schon Kuschelhühner nenne, können ruhig auch ein paar richtig kuschelige daherkommen, oder?

Versuch Nr. 1 mit dem einzig gelb/ockerfarbenen Garnrest ging schief – das Gestrick war viel zu löchrig, die Füllung hätte überall durchgeschaut. Und dann kam mir die Idee: wenn ich sooo viel von der Wolle habe, kann ich sie gerne auch mehrfach nehmen. Das gelblich Garn wurde also mit braun und Türkis zusammengenommen (insgesamt waren es fünf Stränge) und zum ersten wirklich kuscheligen Kuschelhuhn verarbeitet. Ich liebe die Melange aus den verschiedenen Tönen! So wie echte Tiere nie „einfarbig“ sind, schimmern diese jetzt auch in allen möglichen und unmöglichen Farbtönen (ob es in der Natur lilafarbene Hühner gibt, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich gehe davon aus, dass es in der Tombola auf dem Hoffest schon seine Fans finden wird!) Und so hüpfen abends Hühner von der Stricknadel, oft begleitet von Youtube-Videos über Hühnerhaltung im Garten. Irgendwie würde es mich ja sehr reizen, und Platz wäre nach der Umgestaltung des Gartens schon da (aktuell wartet allerdings das Teichloch immer noch auf seine Verfüllung). Die Idee, eigene glückliche Eierlieferanten im Garten zu haben, reizt mich schon sehr. Auch auf Stallbau und Gestaltung des Hühnerauslaufs hätte ich total Lust, für die Urlaubsvertretung könnte ich Familienangehörige verpflichten. Auf der Negativ-Liste steht aktuell das Thema Raubtiere und Ungeziefer (ich will definitiv keine Ratten in den Garten locken) und die ethische Frage, wie ich mit nicht mehr eierlegenden Hühnern umgehen möchte. Dürfen sie hier ihr Gnadenbrot bekommen? Habe ich so viel Platz? Oder ist eine Hausschlachtung (zum Glück gibt es ja Fleischfresser in der Familie) der korrekte Weg in einer Kreislaufwirtschaft? Das ist eine Frage, auf die aktuell keine Antwort habe. Ich ernähre mich seit meiner Kindheit vegetarisch, habe auch eine Zeitlang vegan versucht und dann festgestellt, dass ab und zu ein Ei oder ein Allgäuer Bergkäse doch ganz wunderbar sind. Auch bin ich der festen Überzeugung, dass, wer Fleisch konsumieren möchte, sich auch mit dem Thema Fleischproduktion auseinandersetzen muss. Aber ob ich Fleischlieferanten halten will, kann ich für mich selber noch nicht beantworten.

Bis dahin wird es ethisch korrekte Hühner aus gespendeter Restewolle geben. Mein Vorrat an Polyester-Füllwatte geht allerdings langsam zu Ende und ich muss mir Gedanken machen, ob ich hier weiter auf die Billigvariante Füllwatte setzen möchte oder in Schafwolle investieren. Ich bin mir nicht sicher, ob die „Kunden“ das hochwertigere Produkt zu schätzen wissen. Aber läuft mir ja günstiges Füllmaterial über den Weg wie mir die Mohairwolle über den Weg gelaufen ist.

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