„Aus Versehen Hände gewaschen“. Seifen filzen für den Tierschutz

(Werbung da Markennennung)

Der Juli scheint der Monat der Hoffeste zu sein. Zumindest war ich auf zwei Hoffesten und durfte dort für bzw. bei TierSein e.V. Seifen einfilzen. Doch eines nach dem anderen. Tier Sein e.V. ist ein junger Tierschutzverein in Altusried. Sie haben einen kleinen Gnadenhof und eine Wildtier-Auffang-Station. Auf dem Gnadenhof führen unter anderem vier gerettete Schafe ein wunderbares Leben. Wie die anderen Tiere des Gnadenhofs (aktuell Gänse, Hühner, Minischweine, Katzen) werden sie nicht als Nutztiere gehalten, sondern einfach nur um ihnen ein glückliches Leben zu ermöglichen. Und man spürt sofort, dass dort Tiere leben, denen es einfach nur gut gehen darf. Ein glückliches Leben hält die Schafe (Krainer Steinschafe und ein Shropshire-Schaf) aber nicht davon ab, zwei Mal im Jahr geschoren werden zu wollen. Dabei geben sie ganz traumhafte Wolle ab. TierSein e.V. hat die Wolle bislang zu Kissen verarbeiten lassen und an die Mitglieder verschenkt. Dieses Jahr haben sie nach einer anderen Möglichkeit gesucht, auf diesen tollen Rohstoff Wolle aufmerksam zu machen. So entstand die Idee, auf ihrem eigenen Hoffest als Kinderprogramm Seifenfilzen anzubieten. Zudem hatten sie die Möglichkeit, auf dem Hoffest des St. Michaelshofes in Aichstetten ihre Arbeit vorzustellen. Der St. Michaelshof ist ein kosmobiodynamisch arbeitender Betrieb. Nach eigenen Angaben haben die damit die biodynamischen Prinzipien (bekannt etwa von den Demeter-Betrieben) weiterentwickelt. Als Teil seiner Social Corporate Responsibility unterstütz der St. Michaelshof auch TierSein e.V., daher durfte der Verein hier seine Arbeit vorstellen. Auch hier bot sich (neben Vögeln aus der Wildtier-Auffangstation) das Seifen-Programm an. Und ratet mal, wer das durchführen durfte!

Die Seifen wurden uns von Leovinus Naturkosmetik zur Verfügung gestellt. Das ist eine kleine Manufaktur in Hopferau, die nach traditionellen Methoden in Handarbeit Seifen und weitere Kosmetikprodukte herstellt. Auf dem Hoffest von TierSeine.V. durften wir zudem noch einige seiner Seifen verkaufen. Nach einer kurzen Einführung durch den Inhaber auf dem Jubiläumsmarkt in Schwangau sah er mich als befähigt an, seine hochwertigen Seifen schneiden, abwiegen und verkaufen zu können. Ich danke Dir sehr für Dein Vertrauen, lieber Dietrich!

Fürs Einfilzen haben wir die geruchsneutrale Babyseife in Blöcken bekommen. Diese habe ich in kleine, für Kinderhände geeignete Stücke, geschnitten. Das Einfilzen habe ich ja mit meiner Tochter hinreichend geübt. Anders als bei unseren Mitgebseln für die Erstkommunion verwendeten wir nur die Wolle der Gnadenhof-Schafe. Auf bunte Zusätze wie Märchenwolle haben wir bewusst verzichtet. Dennoch entstanden durch die Kombination der unterschiedlichen Wollen zum Teil auch sehr kunstvolle Kreationen. Apropos unterschiedliche Wollen… Wir mussten feststellen (und haben es später in der Fachliteratur auch bestätigt gesehen), dass die Wolle des Shropshire-Schafes nicht besonders gut filzt und haben unsere Gäste daher angehalten, eher die graue Wolle der Krainer Steinschafe zu verfilzen.

Überraschenderweise sprachen am ersten Tag auf dem St. Michaelshof einige Besucher an, dass sie früher Wolle gesponnen haben oder dies gerne mal ausprobieren würden. Also brachte ich am zweiten Tag Handspindeln mit und wer wollte, konnte das versuchen. Filzen war dann aber doch beliebter. Unvergessen wird mir der Kommentar eines Jungen bleiben, einen Akkuschrauber die Spindel anzuschließen. Ich finde es ja immer grandios, wenn Kinder noch mit echtem Werkzeug arbeiten können – er hätte ja auch fragen können, ob es dafür eine App gibt!

Es gab ein paar wirklich inspirierende Gespräche über Wolle als Rohstoff, die Textilindustrie und den Wert der Handarbeit. Am lustigsten waren jedoch immer die Spekulationen mit den Eltern darüber, ob den Kindern jetzt eigentlich bewusst war, dass sie nebenher auch noch ihre Hände wuschen.

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