(Werbung da Markennennung)
Es war mal wieder Zeit für ein „richtiges“ Projekt, sprich mindestens einen Kleidungsstück für einen Erwachsenen. Folgende Parameter standen fest: es würde ein Pullover nach der Art der britischen Fischerpullover für meinen Vater werden aus der Coburger-Fuchs-Wolle von unserem Besuch auf dem Finkhof.
Beim Coburger Fuchsschaf handelt es sich um eine gefährdete Rasse. Die Lämmer kommen fuchsfarben auf die Welt und werden im ersten halben Jahr heller, behalten aber die charakteristischen fuchsfarbenen Sichelhaare. Dadurch wirkt die Wolle auf den ersten Blick beige. Wegen dieser Besonderheit war die Wolle lange Zeit nicht besonders beliebt und es wurden Schafe mit mehr Fleischertrag bevorzugt. Seit einigen Jahren stabilisiert sich der Bestand wieder und es gibt immer mehr Liebhaber dieser besonderen Wolle. Im Jahr 2020 war das Coburger Fuchsschaf sogar Schafrasse des Jahres.


Das Prinzip der Fischerpullover habe ich hier erklärt. Diesmal sollte es ein quergestrickter Pullover werden (habe ich bislang auch noch nie gemacht). Ich wollte nämlich endlich mal ein Monogramm einsticken!

Meist gehe ich beim Gansey-Stricken ohne großen Plan an die Sache, sondern stricke erstmal das Bündchen und überlege mir dabei, wie der Pullover am Ende aussehen soll. Als „Muster“ hatte ich ein altes Hemd meines Vaters, das er mir zum Upcyclen (nein, eigentlich mit dem Auftrag, dem Hund ein Spielzeug daraus zu nähen) dagelassen hatte.
Die Motive stellte ich mir aus verschiedenen Büchern selber zusammen: dem Klassiker „Pullover für kalte Tage“ von Sabine Domnick sowie „Patterns for Guernseys, Jerseys and Arans“ von Gladys Thompson, auf das sich Domnick immer wieder bezieht.

Für alle Fischerpullover gilt: das Grundgerüst ist gleich, es wird nur mit rechten und linken Maschen variiert! Angeschlagen habe ich XXX Maschen mit Nadeln in Stärke 2,5. Nach etwa einer Handbreit Bündchenmuster Wechsel zu Stärke 3, XX cm glatt rechts, dabei Intarsien jeweils im rechten äußeren Viertel – einmal seine Initialen und einmal ein Anker (Fischerpullover sind auf der Vorder- und Rückseite bis auf das Monogramm gleich, er wird also beliebig wechseln können).
Etwa ab Beginn des Brustkorbes wechseln sich Streifen aus einem einfachen Perlmuster, die Dreiecke der Scottish Fleet und Herzen ab.
Da mir der Pullover recht weit erschien (ich hatte zum ausrangierten Hemd noch eine kleine Zugabe gegeben), entschied ich mich für einen tiefen Ärmelausschnitt statt eines Zwickels. Die Schulternähte sind mit einem breiten Zopf verbunden, der sich auch über die Ärmel fortsetzt (ganz ohne Zopf ging es dann doch nicht).



